Resümee

Eine Nachbetrachtung des Streikkomitees

Das Streikkomitee wurde auf der wieder aufgenommenen Betriebsversammlung am 19. 10.2022 gegründet und geht aus der Streik AG hervor. Diese wurde auf der Betriebsversammlung davor gegründet.


Wir haben viel Energie und (Frei-)Zeit in die Planung, Vorbereitung und Organisation des Streiks gesteckt. Dazu gehört das Verfassen von Texten, Planung des Tagesablaufs, Pressearbeit, Erschaffung einer Homepage, Gestaltung von Plakaten und Flyern, Aneignen und Weitergabe von Wissen, persönlicher Austausch mit Kolleg*innen und und und.

Wir sind mit dem Ergebnis der Verhandlungen unzufrieden! Ja, wir sind entsetzt!

Wir als Komitee, aber auch der Betriebsrat des ASB WSD haben darauf aber keinen direkten Einfluss. Und deshalb klingt es auch zynisch, wenn die GPA verkündet: Dieses „tolle“ Ergebnis wäre ohne die Unterstützung der Basis nicht möglich.

Am  8.11. haben ALLE anwesenden Belegschaften betont, dass sie weiter kampfbereit sind. Manch weiterer Verein hat Streik angekündigt!
Es ist ein schwacher Trost: Immer mehr sind unzufrieden, die Zustimmung zu schlechten Kompromissen schwindet auch im Verhandlungsteam von Jahr zu Jahr. Immerhin haben 13 (von 44) Kolleg*innen gegen diesen Abschluss gestimmt. Sogar zum ersten Mal ein Mitglied aus dem „kleinen Verhandlungskomitee“, dass den Abschluss direkt mit den Arbeitgeber*innen verhandelt. Spannend dabei zu sehen, dass es aus Wien, wo es in den letzten Jahren die meisten Aktionen und Streiks gab, nur eine Stimme für diesen schlechten Abschluss gab. Schließlich tut sich ja in den Bundesländern auch so einiges- vielleicht sind es beim nächsten Mal noch einige Gegenstimmen mehr- oder es gelingt einen höheren Abschluss zu erreichen. 

  
Was bleibt also?
Die Mitglieder des Komitees haben alle ihre persönliche Erfahrung, ihr Wissen und oft knappe Zeit eingebracht. Was aber noch viel wichtiger ist: wir haben viel gelernt! In der Nachschau lief vieles sehr gut, manches gut, manches ist noch verbesserungswürdig.
Aber wir, wir alle die gestreikt haben, haben das gut gemacht und sind Vorreiter*innen. Wir waren eine von zwei Belegschaften, die an dem Tag gestreikt haben. Und es stellt sich die Frage, was wäre wenn mehrere gestreikt hätten?

Die Reaktionen auf unseren Streik waren durchwegs positiv. Teilweise waren Kolleg*innen, aber auch Freund*innen, Bekannte oder Familien erstaunt, dass das überhaupt möglich ist. Wir waren von der Teilnahme positiv überrascht, vor allem war es toll das in sehr unterschiedlichen Bereichen der WSD gestreikt wurde. Es beteiligten sich Kolleg*innen aus Einrichtungen die schon sehr lange bestehen und Einrichtungen die erst vor kurzem eröffnet wurden.    

Wir alle, die am 8.11. gestreikt haben, können was erzählen. Und es macht Sinn, Freund*innen, Kolleg*innen und Bekannten zu sagen: Ja, Streik ist nicht nur ein theoretisches Grundrecht, sondern auch praktisch möglich! Und wenn mehrere Arbeiter*innen für Verbesserung der Bedingungen eintreten, desto eher werden diese auch erreicht.

Wie geht es weiter?
Das Streikkomitee ist nun aufgelöst. Wir haben aber beschlossen diese Gruppe als Basisgruppe weiterzuführen. In welcher Form wir die Gruppe weiterführen werden und mit welchen Inhalten ist noch nicht geklärt, da wir diese Fragen gemeinsam mit allen interessierten Kolleg*innen beantworten möchten. Dafür wird es auch ein offenes Treffen geben, sobald wir ein Datum für dieses Treffen festgelegt haben, werden wir es euch wissen lassen. Wir freuen uns jedenfalls über eure Teilnahme.

Beim nächsten Mitarbeiter*innen-Stammtisch, am 28.11.2022, werden auch Mitglieder des Streikkomitees anwesend sein und gerne mit euch in Kontakt treten. Falls ihr schon jetzt mit dem Streikkomitee (wir haben noch keinen neuen Namen beschlossen) in Kontakt treten wollt oder keine Zeit für den Mitarbeiter*innen Stammtisch habt, könnt ihr eure Fragen oder Anregungen gerne an Klaus.Hirsnig@samariterwien.at senden.

In Solidarität, das Streikkomitee


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